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Marin
Liebscher - BERLIN
Wohnmaschine
Friedrich Loock
Tucholskystr. 35
10117 Berlin
tel: +49 30 3087 2015
fax: +49 30 3087 2016
Dienstags bis Samstags
11 - 18 Uhr
Mitarbeiter
Marlen Ebert
Christina Werner
Stadtplan
Email
Eröffnung - Donnerstag, den 25. Januar 2007, 19 - 21 Uhr
Ausstellungsdauer - 26. Januar - 10. März
2007
Wir freuen uns, die Ausstellung BERLIN von Martin Liebscher (*1964, Naumburg) anzukündigen.
Martin Liebscher präsentiert eine Zusammenschau aus seiner Werkserie der Panoramabilder
mit direktem Bezug zu seiner Wahlheimat Berlin. Die Motive seiner Berlinportraits
sind im Laufe der letzten sechs Jahre entstanden und dokumentieren neben signifikanten
Orten wie dem Berliner Dom, dem ICC Messezentrum oder der Reichstagskuppel auch die
Dynamik der sich im ständigen Wandel befindlichen Stadt Berlin.
Martin Liebschers Panoramabilder sind Kombinationen aus Fotografie und Film. Die
langgestreckten, wellenförmigen Stadtansichten entstehen, indem der Künstler
nicht nur die umgebaute Kleinbildkamera mit der eigenen Körperbewegung mitführt,
sondern gleichzeitig auch noch den Film bei geöffneter Blende mehr oder weniger
gleichmäßig manuell vorwärts spult. Dabei werden Körper- und
Kamerabewegung und die Bewegung des Filmstreifens aufeinander abgestimmt, so dass
die entstehenden Aufnahmen vom Betrachter noch als wiedererkennbare Sequenzen gelesen
werden können. Die so erzielten Kamerafahrten sind durch die Mehrfachbewegung
immer auch dem Zufall geschuldet. Mal erzielt der Künstler wellenartige Unschärfen
und verwischte Architektureindrücke. Mal vermitteln die längsverzerrten
Fotografien eher den Eindruck von Städtepanoramen, aufgenommen von touristischen
Aussichtsplattformen herab, denen der Orientierung vermittelnde Horizont der klassichen
Zentralperspektive abhanden gekommen ist.
Eine Aufnahme vom hochgelegenen Balkon reißt den Blick vorbei an der Brüstung
im Vordergrund hinein in eine Straßenschlucht und prallt an der Fassade des
Palasts der Republik ab um schließlich wieder hinauf über die Dächer
in die Tiefe des Raumes und den offenen blauen Himmel zu schnellen. Der Blick des
Betrachters muss der willkürlichen Bewegung folgen und die kontrollierte Perspektive
der Städteplaner bricht sich im umherschweifenden Blick. Orientierung zu verlieren
und sich treiben zu lassen wird zur Bildkonstruktion, die Unvorhergesehenes und zuvor
Ungesehenes ermöglicht.
Ähnlich dynamisch und verdichtet sind auch die Schwenks aus der S-Bahn oder
dem fahrendenen Auto heraus. Innen- und Außenraum verschmelzen mit den verschiedenen
Bewegungsebenen und simulieren die Erfahrung des "hindurch-sichtbaren Horizont"
(Paul Virilio), d.h. des letzten Horizonts der Sichtbarkeit, der das Ergebnis der
digital generierten optischen (und akustischen) Verstärkung der natürlichen
Umwelt des Menschen ist.
Im Rahmen der Ausstellung stellen wir den neu erschienen Katalog vor, der umfangreich
die aktuellen Arbeiten des Künstlers dokumentiert: Martin Liebscher - A Man
with Opportunities. Text von Thomas Wagner. 62 Seiten, 68 cm x 17,2 cm. Verlag der
Buchhandlung Walther König, Köln 2007. ISBN 13:978-3-86560-194-0
Kontakt:
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Christina Werner: info@wohnmaschine.de
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